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Ein Polizeiorchester?

Moderator am 06.07.2009 | 13:23
» Beteiligte
Für die Abschaffung: pleo , ZaphodB, Miko, chaoshacker, ut, Steuerzahler
Für den Erhalt: Kater Mikesch, GisWit, Rudolfo, Maike, Logo, B.K., Farmsener


» Kurzbeschreibung
Das Polizeiorchester Hamburg erfüllt eine Reihe von Aufgaben für die Stadt und stellt gleichzeitig einen Kostenaufwand dar. Nun steht es in der Diskussion auf dem Prüfstand. In diesem Wiki werden die Argumente der Beteiligten für und wider den Erhalt des Polizeiorchesters in Hamburg dargestellt.


» Langfassung
Für eine Abschaffung

Mit 1,7 Millionen Euro jährlich oder 4.600 Euro täglich werden die Kosten des Polizeiorchesters von Rechnungshof veranschlagt, so ein Teilnehmer. Mehrere Beteiligte hinterfragen daraufhin den Nutzen und die Größe dieses Postens und schlagen Alternativen vor.
So wäre es nach ihrer Ansicht möglich, nur im Bedarfsfall Musiker zu engagieren. Dies sei kostengünstiger und würde Aufträge für Hamburger Musiker bedeuten, während gleichzeitig die Funktion des Orchesters beibehalten würde. Dies gilt insbesondere für kleine Besetzungen (Quintett etc.), bei denen die Einsparungen noch deutlicher wären. Sicherlich sei es wichtig, als eine Stadt wie Hamburg für bestimmte Anlässe, die dem Prestige der Stadt dienen, auch ein großes Orchester zu haben. Allerdings könne ein solches zu dem Anlass engagiert werden. Bei anderen Veranstaltungen könnte dagegen auch die Jugendmusikschule aktiv werden.

Mit den Philharmonikern und den Symphonikern verfügt Hamburg über zwei vollwertige Orchester. Insofern sei das Polizeiorchester überflüssig. Andere Städte, wie Berlin und Bremen, hätten ihre Polizeiorchester bereits aus Kostengründen abgeschafft.

Alternativ könnte das Polizeiorchester als ehrenamtliches, selbstfinanziertes Orchester weiterbetrieben werden. Diese Lösung funktioniert auch beim Polizeichor (privater Verein).

Das Orchester spiele relativ häufig ohne Bezahlung. Dieser Zustand sei gerade in Zeiten leerer Kassen nicht haltbar. Vielmehr sollte geprüft werden, ob Einnahmen geniert werden könnten.

Durch die Abschaffung des Polizeiorchesters würde Personal frei, das an anderer Stelle (Kernaufgaben der Polizei) dringend gebraucht würde (z.B. In der Verbrechensbekämpfung, Inneren Sicherheit). Kultur und Soziales hingegen gehören in den Aufgabenbereich anderer Ressorts.


Für den Erhalt

Für den Erhalt des Polizeiorchesters sprechen laut anderer Teilnehmender folgende Argumente:

Das Orchester decke eine große Bandbreite von Musikstilen ab und biete kulturelle Erlebnisse insbesondere für Menschen, die finanziell schlechter gestellt seien. Die Abschaffung des Polizeiorchesters würde gerade diese Zuhörer treffen. In seiner Art und Zusammensetzung ist es ein einmaliges Orchester, welches nicht mit einer Schul-BigBand o.ä. verwechselt werden sollte.

Auch in der Jazz-Szene Hamburgs sei das Polizeiorchester in den letzten Jahren zu einer festen Größe geworden. Es arbeitete mit Jiggs Wigham und anderen Jazz-Größen zusammen und trage so zur Kultur in der Stadt bei. Gerade weil das Orchester meist kostenlos spiele, stelle es einen wichtigen Beitrag zur Kultur für finanziell schlechter gestellte Bürger und eine Alternative zum Staatsoper etc. dar. Beispielsweise spielt das Orchester mehrmals im Jahr im Rolf-Liebermann-Studio des NDR anlässlich der Sendung "Sonntakte" auf.

Das Polizeiorchester HH bestehe seit nunmehr 115 Jahren und sei damit das älteste Orchester dieser Art weltweit. In dieser Tradition stehe auch die Tätigkeit als Botschafter und Werbeträger Hamburgs in Deutschland und ganz Europa. Das Orchester spiele jährlich mehr als 100 Auftritte zu unterschiedlichsten Gelegenheiten, zu denen nur selten Polizeiveranstaltungen gehören.

Das Polizeiorchester setze sich aus ca. 35 Berufsmusikern zusammen. 80% sind Angestellte der Rest ist verbeamtet. Sparmaßnahmen wären also nur durch Personalabbau umzusetzen. Die Kosten für das Orchester seien gerade wegen des hohen Probeaufkommens, das für die Konkurrenzfähigkeit notwendig wäre, gerechtfertigt. Eine einfache Übertragung der Mitarbeiter auf andere Tätigkeiten sei hingegen nicht möglich. Vielmehr sei es so, dass Bürger gerade mehr Sicherheit verspüren, wenn sie wissen, dass die Polizei in allen Bereichen tätig ist, nicht nur „schwerbewaffnet in dicken Limousinen durch die Stadt fährt“.

Die Abschaffung des Orchesters in den überschuldeten Städten Berlin und Bremen könne kein Argument für Hamburg sein. Viel mehr sollte bedacht werden, dass es sich beim Polizeiorchester um eine Kleinstausgabe handelt.


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