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Schulreform

Moderator am 06.07.2009 | 12:00
» Beteiligte
Gerda, Mutter, Gymnasiast, René, HanseVater, Bärbel, xeroxx242, Gerd, Bärbel, Johannes May, Mutterfürbildung, Dieter Lohberger, Lamy, Bergerdorfer, Wendt, ElLobito01, Besorgte Mutter, Crivens, Vater2erToechter, AW, kinder, Marc Rausch, Rodriguez


» Kurzbeschreibung
Das vorliegende Wiki befasst sich mit den aktuellen Schulreformen, insbesondere mit der Einführung der Primarschule.


» Langfassung
Die Diskussion um die Notwendigkeit der Stärkung des Bildungssektors und der hierfür notwendigen Maßnahmen wurde ebenfalls geführt. Hierbei wurde ein zentrales Problem angesprochen: Mit dem Wechsel von Regierung ändere sich auch die Idealvorstellung des Bildungssystems. Es ist also notwendig, den Diskurs über Bildung nicht von politischen Parteien, sondern von den „Beteiligten“ führen zu lassen. Als Kompromiss wird vorgeschlagen in einem begrenzten Rahmen, zwei oder drei Konzepte parallel anzubieten, die aber alle zu einem gleichberechtigten Abschluss führen.

Von Teilnehmenden kommt die Forderung auf, Reformen zunächst im Modell zu testen, dann zu evaluieren, zu verbessern und dann umzusetzen.


Primarschule:

Pro:

Für die Einführung der Primarschule wurde vorgebracht, dass Bildung als Armutsbekämpfungsmaßnahme gesehen werden könne und PISA gezeigt habe, dass Deutschland gerade in diesem Bereich einen der letzten Plätze einnehme. Die Reform der Schulen sei daher notwendig und könne nur mit einem hohen Maß an Partizipation aller Beteiligter auf den Weg gebracht werden. Nach der sechsten Klasse gäbe es auch bisher kein Wahlrecht der Eltern bezüglich des weiteren Besuchs eines Gymnasiums, die Mitwirkungsrechte der Eltern und die Selbstverwaltung der Schulen werde dagegen durch die Reform gestärkt.

In der Primarschule müsse eine Verbesserung der Bildungschancen der bisher abgehängten Schichten gesehen werden. Bei den Gegnern dieser Reform stehe (angesichts der Bildungsresultate anderer Länder mit langer gemeinsamer Lernzeit) zu befürchten, dass es nur um Standesdünkel und Abschottung nach unten gehe. Das käme auf lange Sicht teuer zu stehen, weil viele Kinder ohne Chance bleiben und als Erwachsene dann zukünftig ALG II beziehen müssten. Zudem habe Frau Goetsch begleitend zur Schulreform umfangreiche Standardverbesserungen durchgesetzt, die Geld kosten aber gut angelegt seien - völlig unabhängig von der Primarschulfrage.

Bei der Einführung der Primarschule sei jedoch die Besetzung der Primarschul-Leiter-Posten mit den Unterstufen-Koordinatoren der Gymnasien vorzunehmen, um Kosten zu sparen, da letztere ihre Funktion ohnehin in dem neuen System einbüssen würden.

Contra:

Gegen die Einführung der Primarschule spreche der zweite Eckpfeiler der Schulreform, die Einführung der Stadtteilschulen. Da auch die Stadtteilschule das Erreichen des Abiturs ermögliche, sei die Gefahr eines zu frühen Aussiebens aufgehoben, und die Zielsetzung der Primarschule — erst nach 6 Jahren entsprechende Entscheidung über den zukünftigen Schulweg zu beschließen — überflüssig. Stattdessen seien die Empfehlungen der Enquete-Kommission umzusetzen, welche u.a. nach Klasse 4 die Stadtteilschule und das Gymnasium vorsieht. Zudem weisen einige Teilnehmende darauf hin, dass noch keine Überprüfung der Wirksamkeit der Primarschulen stattgefunden habe.

Außerdem würde die Primarschule das Geld verschlingen, welches dringend für die eigentliche Aufgabe der Schulen benötigt wird: Seit Jahren seien so viele Möglichkeiten bekannt, mit denen die Qualität der Bildung gesteigert werden könnte, wenn Mittel bereit gestellt werden würden. Durch die Primarschule würden auf Jahre Finanzmittel an anderer Stelle fehlen. Durch den ständigen Systemwechsel würden unnötig Zeit, Geld und Nerven vertan.

Ein weitere Nutzer bittet darum, kein Geld dafür zu verschwenden, an Gymnasien Räume leer zu lassen, weil man Klassenstufen dieser Schulform weggenommen hat - und an Grundschulen neue Räume zu bauen, weil diese zwei Klassenstufen dazu bekommen sollen.

Als fachlich unsinniger Etikettenschwindel bezeichnen die Gegner die Primarschule. Die Lehrer müssten in Sachen individualisierter Unterricht, so eine andere Teilnehmerin, vorerst optimal ausgebildet werden, was laut Schulinspektion ja noch lange nicht der Fall sei. Zudem würden mehr Lehrer zur Senkung der Klassenfrequenz, für zusätzliche Teilungsstunden, psychologische Betreuung der Kinder nach finnischem Vorbild, (Früh-)Förder- und Sprachunterricht für schwache Schüler und Migranten, eine Verbesserung von kurzfristigem Vertretungsunterricht gebraucht und die Betreuung der Kinder ausgebaut werden (Ganztagsschulen/Horte).


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