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Verzicht auf Einführung der Primarschule

Gerda am 19.06.2009 | 16:52
Die Einführung der Primarschule erfordert in vielen Fällen erhebliche Bau-, Umzugs-, und Ausstattungsumaßnahmen, da die bisherigen Grundschulen ja nur auf vier Jahrgänge von Schülern ausgerichtet sind. Ein Verzicht auf die Primarschule und stattdessen Übergang auf die zwei weiterführenden Schutypen Stadtteilschule und Gymnasium wie bisher nach der 4. Klasse würde diese Kosten verhindern.

Die Einrichtung der Primarschule führt zu erheblichen Kosten, die deshalb nicht nötig sind, da ja mit Einführung der Stadtteilschule (und damit Auflösung der Haupt- und Realschulen) jeder weiterführende Schultyp sämtliche Bildungswege ermöglicht: Hauptschul-, Realschul- und Abitur-Abschluss sind ja sowohl an der Stadtteilschule als auch am Gymnasium möglich. Was soll dann noch die Primarschule? Sie ist ein teurer Auswuchs reiner Ideologie.




vorhandene Antworten
Mutter am 26.06.2009 | 10:44
Das sehe ich genauso. Die Lehrer müssen in Sachen individualisierter Unterricht vorerst optimal ausgebildet werden, was laut Schulinspektion ja noch lange nicht der Fall ist. Zudem brauchen wir mehr Lehrer zur Senkung der Klassenfrequenz, für zusätzliche Teilungsstunden, psychologische Betreuung der Kinder nach finnischem Vorbild, (Früh-)Förder- und Sprachunterricht für schwache Schüler und Migranten, eine Verbesserung von kurzfristigem Vertretungsunterricht. Zusätzlich muss die Betreuung der Kinder ausgebaut werden (Ganztagsschulen/Horte). Das sind sinnvolle Ausgaben, die eine ideologisch begründete Primarschule unnötig machen.
Mario am 26.06.2009 | 11:19
Bitte kein Geld dafuer verschwenden, an Gymnasien Raeume leer zu lassen, weil man Klassenstufen dieser Schulform weggenommen hat - und an Grundschulen neue Raeume zu bauen, weil diese zwei Klassenstufen dazu bekommen sollen.

Die Fortbildung der Lehrer sollte generell in der unterrichtsfreien Zeit in den Ferien stattfinden, damit kein Unterricht ausfaellt.
Die Ferien/unterrichtsfreie Zeit summiert sich auf ein Vierteljahr. Es reicht, wenn die Lehrer 6 Wochen = 30 Arbeitstage Urlaub erhalten. Den Rest der Zeit sollten sie sich fortbilden.
Gymnasiast am 26.06.2009 | 11:53
Leider hat die CDU in Hamburg, allen voran Ole von Beust, ihre Wählerinnen und Wähler für den blossen Machterhalt verkauft. Wie die Hamburger Unionsergebnisse bei den Europawahlen gezeigt haben, die Bundestagswahlen und das Volksbegehren gegen die ideologiegetriebene Schulreform noch belegen werden, sinkt jedoch der Anteil jener Hamburgerinnen und Hamburger, die bereit sind, die Zukunft ihrer Kinder für die Zukunft des - kinderlosen - Herrn von Beust zu opfern.
René am 26.06.2009 | 12:29
Finde ich unsinnig. Auf lange Sicht ist eine Verbesserung der Bildungschancen der bisher abgehängten Schichten eine optimale Investition. Bei den Gegnern dieser Reform steht (angesichts der Bildungsresultate anderer Länder mit langer gemeinsamer Lernzeit) zu befürchten, dass es nur um Standesdünkel und Abschottung nach unten geht. Das kommt uns auf lange Sicht teuer zu stehen, weil viele Kinder ohne Chance bleiben und als Erwachsene dann zukünftig ALG II beziehen müssen.
So kurz gesprungene Vorschläge gefallen mir nicht.
HanseVater am 26.06.2009 | 12:44
Ja, die Primarschule würde das Geld verschlingen, welches dringend für die eigentliche Aufgabe der Schulen benötigt wird: Die Bildung der Kinder.

Die Primarschule muß gestoppt werden.

Seit Jahren sind so viele Möglichkeiten bekannt, mit denen die Qualität der Bildung gesteigert werden könnte, wenn Mittel bereit gestellt werden würden. Die Primarschule wäre ein Rückschritt. Nicht nur, weil dies der falsche Weg ist, sondern auch, weil dann auf Jahre Finanzmittel an anderer Stelle fehlen. Die Zeiten der Füllhörner bei den öffentlichen Kassen sind ja lange vorbei.
Bärbel am 26.06.2009 | 12:57
Lieber Mario,
Punkt 1 Deines Kommentars (kein Geld verschwenden für leerstehende Räume an der einen und den Neubau von Räumen an anderer Stelle) stimme ich vollkommen zu.

Was aber den Urlaub von Lehrer betrifft, befindest Du Dich im Irrtum!
Lehrer haben nicht mehr Urlaub als andere! Sie ARBEITEN die darüber hinausgehenden Anteile aus der unterrichtsfreien Zeit VOR: Nach Lehrerarbeitszeitmodell beträgt schon die offizielle wöchentliche Arbeitszeit 46,57 Stunden!! Tatsächlich werden daraus wegen der vielen, in die Berechnung nicht einbezogenen Aufgaben, oft locker 60 Wochenstunden! Welcher andere Arbeitnehmer - außer so manchem Manager, der dann aber weit höher bezahlt, respektiert und vom Arbeitgeber mit einem voll und gut ausgestatteten Büro versehen wird - hat eine solche Arbeitszeit?

Hinzu kommt, dass Lehrer ohnehin regelmäßig am Wochenende, an Feiertagen, in den Ferien arbeiten müssen, weil es organisatorisch gar nicht anders geht; dass sie kaum planbare Freizeit haben, da sich mindestens jährlich (oft auch mehrmals im laufenden Schuljahr) die Stundenpläne ändern, sie zahlreiche Aufgaben wie Telefonate und die gesamte sonstige Büro- und Verwaltungsarbeit, nur außerhalb der Unterrichtszeit, also von zu Hause aus und natürlich auf eigene Kosten, erledigen können -
und dass die meisten sogenannten Fortbildungen schon jetzt äußerhalb der Unterrichtszeit stattfinden, an Wochenenden, in den Ferien oder gern auch mal spätabends (bis 22.00 Uhr). Wer dann noch Unterricht vor- und nachbereiten will, muss eine Nachtschicht einlegen, hat dann aber noch nichts gegessen, keine Pause gehabt, seine Familie nicht gesehen, seine eigenen Kinder nicht betreut, keinen Arzt aufgesucht, den Haushalt nicht versorgt, geschweige denn Körperpflege oder den vielgeforderten Sport zur Erhaltung der Arbeitskraft betrieben...
Dass Lehrer nachmittags frei und in allen Ferien auch selbst Urlaub haben, ist ein längst überholter Mythos!
Das bisschen Freizeit, das heute noch übrig bleibt, wird unbedingt und vollständig zur Wiederherstellung der Arbeitskraft benötigt!

Der heutige Schulbetrieb ist eine - in zahlreichen Studien eindrucksvoll nachgewiesene - kräftezehrende Höchstbeanspruchung! Das Heer der unfreiwilligen Teilzeiter/Innen und Burn-Out-Fälle belegt dies nachhaltig.
Wer möchte, dass Lehrer (und übrigens auch Erzieher) engagiert und erfolgreich für die Zukunft der Gesellschaft arbeiten, muss sie physisch und psychisch gesund erhalten.
Hier liegt ganz bestimmt KEIN Einsparpotential mehr - im Gegenteil!
xeroxx242 am 26.06.2009 | 14:07
Die Einführung der Primarschule ist ein volkswirtschaftlicher und bildungspolitischer Wahnsinn. Wie bereits kommentiert wurde, eröffnet das bisherige System mit den Stadteilschulen allen Schülern den Wege zu allen Abschlüssen.
Jetzt wo dieses geschaft ist und endlich nach langer Zeit ein wenig Ruhe in das Bildungssystem kommen sollte wird aus falschen ideologischen Gründen ein neuer Systemwechsel angestrebt. Die Lehrer in Hmaburg könnten wesentlich besseren unterricht machen, wenn sie endlich wieder ihrer orginären Aufgabe nachkommen könnten, anstatt mal wieder neue Reformen umzusetzten ohne die bisherigen Früchte der alten Reform zu ernten. Sehr viel Arbeitstunden der Lehrer in die Entwicklung von Schulkonzepten, Rahmen- und Themenplänen, Förderkonzepte und Kooperationen werden zunichte gemacht, da für die Primarschule neue Anforderungen gelten und die meiste bereits geleistet und bezahlte Arbeit nicht mehr übertragbar sin wird.
Mir kommt es so vor als wollten einige nur aus Neid das Gynasium in Etappen abschaffen, da sie glauben das Gynasium ist eine Manifestation und ein Symbol einer Eliteschicht.
ZaphodB am 26.06.2009 | 15:44
Ich hätte die Bitte, dass hier nicht (auch ich hätte dazu eine Meinung, natürlich pro Primarschule und contra Apartheid-Ideologie bei einigen ihrer Gegner ;-) versucht wird, die Haushaltsdebatte für politische Ideologien zu instrumentalisieren.

Aus meiner Sicht ist es so: zum Glück hat Frau Goetsch begleitend zur Schulreform umfangreiche Standardverbesserungen durchgesetzt, die natürlich Geld kosten. Dieses Geld ist gut angelegt - völlig unabhängig von der Primarschulfrage. Und jetzt mal bitte alle Kirchen im Dorf und unsere Kinder in der Schule lassen. Ich jedenfalls kann als Unternehmer mehr gut ausgebildete Kinder in Hamburg gut brauchen.
heike am 26.06.2009 | 20:11
Die mit der Einführung der Primarschule erforderlichen Neu- und Anbauten werden m.E. zu einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko. Die Grundschule, die meine Tochter 4 Jahre besucht hat, war 7 Jahre eine Dauerbaustelle, die Kosten beliefen sich auf mehr als das Doppelte der ursprünglich eingeplanten Kosten. Andererseits werden vorhandene Räume an weiterführenden Schulen leerstehen. Ich empfehle von daher die Empfehlungen der Enquete-Komission umzusetzen, welches u.a. nach Klasse 4 die Stadtteilschule und das Gymnasium vorsieht und viel Geld in die frühkindliche Bildung zu investieren.
Gerd am 27.06.2009 | 00:32
Die grünen entpuppen sich als die besseren Preußen!
Liebe Eltern, freut Euch, Ihr braucht nicht mehr mitdenkende, verantwortungsbewußte und verantwortungstragende Bürger mehr sein; NEIN, wir können uns auf"s CHILLEN konzentrien.
Die grüne Schulbehörde entscheidet schon über unsere Kinder, keiner braucht sich mehr Sorgen zu machen, die regeln das schon!
NEE, Grüne, so nicht!
Plädiere massiv für Streichung der Einführung der Primarschule.
Bärbel am 29.06.2009 | 23:54
100prozentige Zustimmung! Das Ganze ist ein machtpolitischer und ideologischer WAHNSINN, der alle Betroffenen in denselben treiben und unser Bildungs- und Gesellschaftssystem endgültig an die Wand fahren wird! Die katastrophalen Folgen dieses groben Unfugs ZU REPARIEREN, wird mehrere Generationen dauern und uns EIN VIELFACHES KOSTEN!
Da hilft auch das konsequente Ignorieren bereits GESCHEITERTER EXPERIMENTE mit schulischem Einheitsbrei, wie in Berlin, Hessen und der Schweiz (vgl. u.a. Berichte im Schweizer TAGESANZEIGER und in ZEIT ONLINE v. 27.06.2009) nichts.

All das könnten die Regierenden uns ersparen, indem sie - gerade noch zur rechten Zeit - den Mut aufbrächten, die Primarschulpläne sofort zu stoppten und umzusteuern! Weitaus kostengünstiger wäre es, in das prinzipiell alle erwünschten Möglichkeiten bietende bestehende System zu investieren, damit diese Möglichkeiten auch genutzt werden können - vor allem durch viel kleinere Klassen, mehr Lehrer und VIEL MEHR ZEIT FÜR DIE EIGENTLICHE PÄDAGOGISCHE ARBEIT.

Die WÄHLER würden solchen Mut zur Verantwortung sicher honorieren, so, wie sie auch der bisherigen machtpolitischen Fahrlässigkeit bereits bei der Europawahl eine deutliche Absage erteilt haben!
Bärbel am 30.06.2009 | 00:06
Genau. Und dass die Hamburger sich unter dem Wohl ihrer Kinder etwas anderes vorstellen als die Regierenden, das haben sie bereits bei der Europawahl deutlich demonstriert: gut 7% Stimmenverlust für die CDU, über 4% für die GAL. Wenigstens das sollte unseren Volksvertretern doch zu denken geben, wenn schon Sachargumente nicht beeindrucken...
Johannes May am 30.06.2009 | 09:57
Bildung ist Armutsbekämpfung und PISA hat gezeigt, dass Deutschland gerade in diesem Bereich einen der letzten Plätze einnimmt.
"Lern nicht mit den Schmuddelkindern" ist die Devise des "Gucci-Protestes" des Hamburger Bürgertums, das damit seinen Egoismus beweiste (so die ZEIT vom 23.4.09).
Sechs Jahre gemeinsames lernen ist noch längst nicht Europäischer Standart, was soll daran schlecht sein?
Weiter wie bisher weil der Gebäudebestand ist wie er ist?
Die Reform ist notwendig und mit einem hohen Maß an Partizipation aller Beteiligter auf den Weg gebracht.
Nach der sechsten Klasse gab es auch bisher kein Wahlrecht der Eltern bezüglich des weiteren Besuchs eines Gymnasiums. Die Mitwirkungsrecht der Eltern, die Selbstverwaltung der Schulen wird durch die Reform gestärkt. Die Mehrheit der Erziehungswissenschaftler befürworten die Reform.
Moderator am 30.06.2009 | 11:20
Übertrag der doppelten Ideen:

von Mutterfürbildung am 28.06.2009 | 18:17
Schulreform, insbes. Primarschule

Die Einführung der Primarschule kostet den Hamburger Haushalt UNSUMMEN, weil fast keine der zukünftigen Primarschulen genügend Räume oder Fachräume haben, so dass fast überall Umbauten bzw. Anbauten nötig werden.
Lehrer und/oder Schüler werden gezwungen, zwischen den verschiedenen Schulen zu pendeln, was viel Zeit verschwendet(wer bezahlt?) und zusätzliche Kosten verursacht.
In dern weiterführenden Schulen werden die Klassen- bzw. Fachräume ungenutzt leer stehen, während in der gleichen Anzahl an den Primarschulen neue Räume geschaffen werden müssen !!??? Unwirtschaftlicher geht"s nun wirklich nicht!!!

Da ohnehin nicht bewiesen ist, dass Schüler in der Primarschule besser lernen als in der 4-jährigen Grundschule (vgl. hierzu Vortrag von Professor Tillmann am LI am 31.3.09) sollte die (aus o.g. Gründen) absurde Primarschule ERSATZLOS GESTRICHEN werden und das ohnehin knappe Geld lieber gleich in INHALTLICHE VERBESSERUNGEN für die Schüler investiert werden. Die z.T. guten Ansätze der Schulreform könnten ohne weiters auch in der schon bestehenden Schulstruktur umgesetzt werden. Die Kosten für die Einführung der Primarschule (neben der ganzen Unruhe und dem Chaos) könnte man gänzlich sparen!
Bei all den überzeugenden Argumenten gegen die Primarschule gestatten Sie mir die Frage: Worum geht es der Bürgerschaft (hier insbes. GAL) eigentlich? Um das Wohl der Kinder oder um Macht?



von ElLobito01 am 29.06.2009 | 17:28
Verzicht Primarschule

Die Einführung der Primarschule sollte sofort gestoppt werden.
Die Primarschule ist der größte Fehler in der Haushaltspolitik. Nicht nur, dass sie die Stadt in unversöhnliche Lager spaltet - sie ist auch noch wissenschaftlich unbegründet und wird ein großes Chaos erzeugen. Das Geld könnte besser eingesetzt werden: zur qualitativen Verbesserung der Schulräume und -materialien, zur Einführung bedeutend kleinerer Klassenstärken und für Investitionen in tatsächlichen Brennpunktgebieten.
Finn Ole Ritter am 30.06.2009 | 15:14
Ich finde jede Form von Zwangseinführung schlecht. Lasst den Schulen doch frei, wie Sie bestimmte Lernziele erreichen, für was Sie Ihr Geld ausgeben oder wieviel Personal Sie benötigen!
Dieter Lohberger am 30.06.2009 | 16:36
diesen Schnellschuß der GAL geht auf Kosten unserer Kinder die schlichtweg eine noch schlechtere Ausbildung bekommen werden als es bisher schon war , schade das der Bürger so gewählt hat aber ob sie es gewußt haben was dann passiert?????
Lamy am 30.06.2009 | 17:07
Die Diskussionskultur hier ist schon erschreckend und von viel Polemik begleitet. Fakten werden dabei wenig beachtet. Eine etwas entspanntere Diskussion wäre wünschenswert.

Aber gut, ich will etwas öl ins Feuer gießen:
Es ist doch so, dass das gegenwärtige System NICHT gut ist. Es benachteiligt Jungen, da zum Zeitpunkt der Trennung Mädchen in der Entwicklung normalerweise weiter sind als Jungen. Das Bildungssystem ist fast nicht mehr durchlässig, wie Studien gezeigt haben. Wer also einmal auf der Hauptschule gelandet ist, hat für sein Leben verloren. Also versuchen alle Eltern krampfhaft ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken. Dies platzen oft aus allen Nähten und klagen über Raumnot. Das würde erst einmal für die Einrichtung der Primarschule sprechen. Länder wie Finnland (eine der führenden Nationen im Pisa-Ranking und auch in Hochschulrankings) zeigen, dass eine längere Zeit gemeinsamen Unterrichts gut sein kann. Dort werden alle Schüler 9 Jahre gemeinsam unterrichtet. Danach folgt Abitur/Studium oder Berufsausbildung, durchlässig in beide Richtungen. Es gibt eine durchgehende Versorgung mit Kindergärten und Kitas, kleine Klassen (<20), hochqualifizierte Lehrer, gute personelle Ausstattung u.A. mit Pädagogen, zum Teil zweite Lehrer in der Klasse, eine durchgehende Evaluation und Qualitätskontrolle der Schulen, hervorragende Ausstattung der Schulen und Gebäude.

Andererseits kostet die Einrichtung der Primarschule viel Geld. Und die Probleme werden damit garantiert nicht behoben, denn es behebt die Probleme in der Bildung nicht. In Deutschland haben Kinder mit Migrationshintergund kaum eine Chance auf eine höher Bildung (Pisa-Studie), daran wird eine Primarschule nichts ändern.

Meine Meinung ist, dass eine Primarschule zwar sinnvoll wäre, aber ohne die Behebung der grundlegenden Probleme in der Bildung leider gar nichts bringt und nur Geld verschwendet. Leider gibt Deutschland extrem wenig für Bildung aus, Tendenz weiter fallend. Damit wird wohl auch in Zukunft kein Blumentopf zu gewinnen sein. Solange man nicht ernsthaft die Schwierigkeiten angeht, sollte man nicht an einzelnen Punkten rumdoktorn.
Bergedorfer am 30.06.2009 | 17:59
Zu den Einsparungen hinzu kommt die teure Projektgruppe um Herrn De Lorent. Hier arbeiten 11 hochdotierte Beamte neben dem BSB-Apparat her. Einzige Aufgabe: Konzept-Erarbeitung der überflüssigen Primarschule. Einsparpotential: weit über 500.000,-€ .
- Hinzu kommen ebenfalls, die Kosten für die Wechseltätigkeit der Lehrer an den verschiedenen Standorten.
Man sollte das Reform-Geld in die Qualitätsentwicklung von Unterricht stecken und in die Unterstützung der wirklich Bedürftigen.
Wendt am 30.06.2009 | 20:47
Liebe(r) Lamy,
wie Sie schon richtig bemerken, hat das finnische Schulsystem doch einiges mehr zu bieten als längeres gemeinsames Lernen.
Ein besserer Betreuungsschlüssel in kleineren Klassen läß sich doch auch ohne den exorbitanten Aufwand der 6-jährigen Grundschule, die (siehe Berlin) kein Erfolgsgarant ist, umsetzen.
ElLobito01 am 01.07.2009 | 09:44
Ja, so ist es. Die Primarschule ist überflüssig wie ein Kropf, da die bestehenden Schularten in sich erneuert werden können. Wir würden uns beim Verzicht auf die - übrigens auch wissenschaftlich nicht begründbare - Primarschule übrigens nicht nur hohe Bau- und Umzugskosten ersparen, sondern auch den ganzen damit verbundenen Ärger. Insofern würde diese Maßnahme auch dem Schulfrieden dienen und wäre Balsam auf die Seele aller Eltern, Schüler und Lehrer.
Besorgte Mutter am 01.07.2009 | 11:50
Die Primarschule brauchen wir wirklich nicht, da wir ja gute vierjährige Grundschulen haben.
Und was das Elternwahlrecht betrifft, dass es ja früher auch nicht nach Klasse 6 gab, so ist das schon richtig aber es gab eins nach Klasse 4 das dann jetzt abgeschafft wird.
Wo wird also das Mitspracherecht der Eltern gestärkt? Stattdessen werden gutgehende und sogar ausgezeichnete Schulen zerstört, weil das System z.B. Gesamtschule von der falschen Partei erfunden wurde.
Das ist doch alles völliger Blödsinn.
Moderator am 01.07.2009 | 12:14
Liebe Teilnehmende,

ich möchte Sie bei dieser Gelegenheit darum bitten, sich trotz der emotionalen Debatte um diesen schwierigen Themenkomplex dennoch auf den Austausch von Argumenten zu konzentrieren und dabei bitte sachlich zu bleiben.

Es geht um die Frage, welche Argumente sprechen für die Primarschule und welche dagegen? Und inwiefern hat dieses Thema Auswirkungen auf den Hamburger Haushalt?

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)
Crivens am 01.07.2009 | 12:45
Mit der Primarschule wird viel Geld in Beton investiert. Räume an den weiterführednenSchulen werden leer stehen und jeder Grundschulstandort muß umstrukturiert werden, ohne dass sich wirklich ein wissenschaftlicher Beleg finden würde, der beweist, dass 6 Jahre gemeinsam lernen besser sind als 4 Jahre.
Viele Details der geplanten Schulreform sind sicher ein guter Ansatz zur Verbesserung des Schulsystems, allerdings sollte das Geld für die Verlängerung der Grundschulzeit besser in kleinere Klassen, mehr und motivierte Lehrkräfte, Inhalte und Lehrerfortbildung investiert werden.
Und - gerade um den in Hamburg so deutlichen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulabschluß aufzubrechen - in konsquente Kleinkindförderung, Sprachförderung, kostenlose Kitas ab 2 J., Ganztagesschulen und Bildungshäuser.
Vater2erToechter am 01.07.2009 | 12:46
Wenn man weiß, dass in den 1950er und 1960er Jahren in Deutschland die Einraum-Dorfschulen (9 Jahre gemeinsam lernen)wegen schlechter Bildungsergebnisse abgeschafft wurden, wenn man weiß, dass es europaweit kein Beispiel dafür gibt, dass allein (!) das längere gemeinsame Lernen (ohne zusätzliche Lehrer, kleinere Klassen, mehr Räume für Parallelunterricht) auch nur irgendwie positiv wirkt, dann ist klar, dass die Primarschule pure Ideologie ist.
Wir werden uns angesichts der Haushaltslage nicht einmal eine deutlich bessere Ausstattung der jetzigen Schulen (z.B. auf finnisches Niveau) leisten können. Der Finanzmangel mag einer der Gründe sein, warum die GAL nicht erst einmal mit Verbesserungen der Ausstattung (mehr Lehrer) des bisherigen Schulsystems beginnen möchte - es würde sonst nur zu schnell deutlich, dass das Primarschul-Projekt nie wirklich umzusetzen ist.
Warum also die Einführung der Primarschule trotz der zu knappen Finanzen? Vielleicht sind die fehlenden Gelder ja längst
"eingerechnet" im Goettschen Plan: erst eine große Schulreform anschieben, die dann kaum noch rückgängig zu machen ist, dann sie aus Geldmangel ("Oh, das haben wir nicht gewußt!") und anderen Gründen ins Chaos stürzen lassen, und schließlich - mitten im größten Chaos - der (angeblich) einzig mögliche ("Nur gemeinsam können wir es schaffen!" "Einigkeit macht stark!"), der einzig rettende Ausweg: "Eine Schule für alle"! Dann ist Frau Goetsch endlich da, wo sie immmer schon hin wollte. Und die verschnarchte CDU schaut zu.
Moderator am 01.07.2009 | 12:58
Übertrag eins gleichnamigen Vorschlags:

Verzicht auf Einführung der Primarschule
Sachlichkeit ! am 01.07.2009 | 12:49
Die von Senatorin Goetsch geplante Schulreform sollte sofort gestoppt werden, bevor dort Gelder verschleudert werden.

Die geplante Schulreform verbessert nicht die Qualität der Schulbildung in Hamburg. Nicht Strukturen, sondern Inhalte sind wichtig. Für notwendige inhaltliche Maßnahmen (mehr und besser ausgebildete Lehrkräfte, kleinere Klassen, bessere Ausstattung der Schulen) wird jedoch kein Geld da sein, nach dieses Geld zuvor in den Umbau der Grundschulen in Primarschulen verschwendet worden ist. Um insbesondere die schwächeren Schüler(innen) mitzunehmen, bedarf es einer frühen und in vielen Fällen auch sprachlichen Förderung, schon vor Beginn der Schulzeit. Die Verlängerung der Grundschule auf 6 Jahre bringt das überhaupt nichts.
AW am 01.07.2009 | 13:20
Warum wird nicht nach einer langfristig sinnvollen Lösung gesucht, statt erfolgreiche Strukturen zu zerschlagen? Das hat nichts mit der Verbesserung der Bildungssituation zu tun, es geht offenbar nur darum, dass sich einzelne Personen selbst ein Denkmal setzen wollen. Hierunter werden ALLE Kinder in den nächsten Jahren zu leiden haben. Es ist ein Skandal!
GuteSchule am 01.07.2009 | 22:25
Das sehe ich ganz genau so. Warum wird Geld in bauliche Maßnahmen gesteckt, bestehende gute Profile zerstört, anstatt direkt bei den benachteiligten Kindern anzusetzen und denen eine bestmögliche, individuelle Förderung zukommen zu lassen wie Sprachunterricht in ganz kleinen Gruppen, Ganztagsschulen mit gutem, anspruchsvollen Nachmittagsangebot etc. Es gibt so viele Möglichkeiten diese Kinder gezielt zu fördern. Aber Umbaumaßnahmen nützen wirklich niemandem!!
Bebelsdorf am 02.07.2009 | 16:27
Positiv finde ich, dass in der gesamten Diskussion bisher niemand die Schulreform in Frage gestellt hat, sondern nur den Teilaspekt "Primarschule". Zum Teil wird sogar begründet, die Primarschule sei deshalb überflüssig, weil ja durch die Stadtteilschule ohnehin jedem der Weg zum Abitur offenstehe und es dann wohl nicht so sehr darauf ankomme, "unten" für bessere Startchancen zu sorgen.

Nun, dann nehmen Sie doch noch die vielen sinnlosen Ausgaben für Schülerinnen und Schüler, die von den teuersten Pädagogen unterrichtet werden, aber dennoch Klassen wiederholen oder gar abgeschult werden, und vom verbleibenden Rest die 50 %, die zwar kein zusätzliches Steuergeld, aber teuer bezahlte private Nachhilfe benötigen, und dann fragen Sie sich doch noch einmal ganz nüchtern, ob die sechsjährige Primarschule mit einer deutlich sichereren Prognose am Ende von Klasse sechs nicht der insgesamt kostengünstigere Weg ist.

Sie haben die vermutliche Lern-Elite beisammen, der Unterricht am Gymnasium flutscht nur so, Wiederholungen gibt es nicht mehr, und schlank und kostengünstig kommen alle Kinder zum Abitur.

Gymnasialeltern, freut Euch auf die Primarschulen!
Lamy am 02.07.2009 | 17:16
Gegen die Aufteilung nach der 4. Klasse spricht die Entwicklung der Schüler. Wie Studien wie z.B. die Hamburger LAU-Studien (Aspekte der Lernausgangslage und der Lernentwicklung) ganz klar zeigen, haben die Mädchen in diesem Alter einen klaren Entwicklungsvorsprung. Daher bekommen sie viel häufiger eine Gymnasialempfehlung und die Jungen landen auf niedrigeren Schulen. Da heute die Schulsysteme fast nicht mehr durchlässig sind, legt dies den späteren Werdegang weitgehend fest. Das würde FÜR die Einführung der Primarschule sprechen.

Aber wie schon vorher gesagt: Das alleine bringt es nicht.

Interessante Quellen dazu:
Hamburger LAU-Studien:  Link
Bundesministerium für Bildung, Bildungsmisserfolge bei Jungen:  Link
Lamy am 02.07.2009 | 17:18
Verbesserung des Links:
Hamburger LAU5-Studie (Lernausganglage Klasse 5)
 Link
kinder am 03.07.2009 | 10:46
6 Jahre gemeinsames Lernen gerne, aber nicht in diesem Hauruck-Verfahren!Bei all der emotionalen Diskussion: das Entscheidende ist doch: wie wird das ganze finanziert! Wir brauchen einen soliden öffentlichen Finanzplan bevor hier weiter an den Strukturen und Inhalten gefeilt wird - sonst ist diese Reform nicht realistisch und unsere Kinder die leidtragenden! Kein zweites Elbphilharmonie-Disaster bitte! Gerade in der Finanzkrise, die noch keiner richtig abschätzen kann, muß vorsichtig und weitsichtig mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgegangen werden!
Vater2erToechter am 04.07.2009 | 16:20
@Bebelsdorf: Danke für die richtige Feststellung: niemand bestreitet die Notwendigkeit einer Schulreform, auch nicht die entschiedenen Primarschul-Gegner von der Initiative Wir-wollen-lernen.de , wie deren Website zeigt. Es ist wie in den 1950er und 1960er Jahren, als alle für eine Bildungsreform waren und dann vernünftiger Weise "das längere gemeinsame Lernen" der Einraum-Dorfschulen abgeschafft haben. :-)

Nur über die Primarschulen braucht sich wirklich niemand zu freuen: hier werden Millionen in überflüssige Neubauten, höhere Schuldirektoren-Gehälter und "Lehrer-Leerlauf-Zeiten" (Wanderungen zwischen den verschiedenen Schulstandorten) versenkt, ohne das deshalb auch nur ein Euro bei der Bildung unserer Kinder ankommen würde.

Zugleich ist die Primarschule als kostenträchtigster Teil der Schulreform auch derjenige, für dessen Wirksamkeit es nicht einen einzigen wissenschaftlichen Beweis gibt, wie die Expertenanhörung vom vergangenen Donnerstag im Schulausschuss der Bürgerschaft mal wieder gezeigt hat, siehe
 Link

Auch in anderen Länder wie der Schweiz hat sich die 6jährige Primarschule mit Blick auf die Förderung der Schüler nicht bewährt, siehe
 Link
 Link h/kanton/Wir-koennen-nicht-auf-jeden-einzelnen-Schueler-gleichermassen-eingehen/story/26127986

Und warum sollte gerade bei uns der ungeliebte Kompromiss einer von beiden Partnern ungeliebten Koalition in der Lage sein, grundsätzliche Probleme des Schulsystems zu lösen?
Es geht doch für die GAL nur darum, in der Koalition wenigstens etwas das Gesicht zu wahren - und dass Frau Goetsch vielleicht doch noch "hinten herum" die Einheitsschule einführen kann.

Die Vorschläge von crivens vom 01.07. würden mehr für die Bildung bringen und uns wohl auch noch weniger kosten als die Politik der schwarz-grünen Koalition.

Wie Sie von einer "sichereren Prognose" nach der nach der 6. Klasse zu sprechen, wenn doch viele (gute) Schüler erst in der Pubertät und sogar erst kurz vor dem Abi "das Handtuch werfen", ist einfach Unfug. Wenn ein Klassenlehrer sind nicht in 4 Jahren ein zutreffendes Bild über die Leistungsfähigkeit eines Schülers gemacht hat, wird er es in 6 Jahren auch nicht schaffen. Übrigens: Beurteilungsfehler korrigiert bisher das Elternwahlrecht.

@Lamy: die Mädchen haben auch nach der 6. Klasse einen klaren Entwicklungsvorsprung, und dagegen helfen nur mehr männliche Vorbilder (Lehrer!), geänderte Unterrichtsformen (Jungen lernen z.B. besser bei körperlicher Bewegung) und das Elternwahlrecht.
Eine Primarschule hilft dabei überhaupt nicht, eher im Gegenteil: sie blockiert Gelder, die man für Unterrichtsreformen benötigt. Auch der hartnäckigste GAL-Ideologe kann jeden € nur einmal ausgeben.

Und was die Durchlässigkeit der Schulsysteme betrifft: die muss dringend verbessert werden. Ich denke, darüber sind sich alle einig.
Hamburger Deern am 05.07.2009 | 23:06
Ich bin deiner Meinung.
Moderator am 06.07.2009 | 09:04
Übertrag einer gleichnamigen Idee:

Von Hamburger Deern 2009-07-05 | 22:21

Primarschule - zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker??

Keine Einführung der Primarschule, dafür die Gelder in die inhaltliche, räumliche und personelle Verbesserung der vorhandenen Schulen stecken.

Solange keine Überprüfung der Wirksamkeit einer Primarschule stattgefunden hat, darf Sie nicht eingeführt werden. Die Indikation des Produkts ist zwar formuliert, seine Wirksamkeit bleibt jedoch ungeprüft im Dunklen, allein dem Hersteller ( Goetsch) zu vertrauen ist ein Verbrechen am Patienten (Schüler, Lehrer), besonders weil erfolgreiche Konkurrenzmittel aus den Regalen geräumt werden, um ungeprüft der Primarschule ein Bildungsmonopol zu verschaffen, das sich dem Qualitätsvergleich nicht stellen muss. Dass sich einige Grundschulen im Selbstversuch schon die Primarschule verordnet haben, beweist nicht ihre Wirksamkeit, sondern zeigt nur die stadtteilbezogene Verzweiflung von manchen Schülern, Eltern und Lehrern irgendwie an mehr Lehrerstunden und Ausstattungsverbesserungen zu gelangen. Dank sei der großen Mehrheit von Schulen, die der Verführung zur Einnahme der Koalitionsdroge Primarschule widerstanden haben und auf eine Überprüfung - zwar nicht durch Arzt und Apotheker warten , aber hoffentlich durch Goetschlorentbeust unabhängige Wissenschaftler hoffen dürfen. Da kämpfen Lehrer, Schüler, Eltern noch mit den Nebenwirkungen der Stadtteilschule und dem G8 Jahrgang und trotzdem wird ihnen zeitgleich schon die nächste Substanz in den Rachen geschoben. Die Hamburger werden vergiftet und die Bürgerschaft muss von allein die Einführung der Primarschule stoppen, bevor die verzweifelten Patienten per Volksentscheid in letzter Sekunde den Politikern ihr Medikament vor die Füße kotzen (Entschuldigung für diesen drastischen Ausdruck) . Was könnte man alles mit den bis dahin verschwendeten Geldern für Planungsgruppen und Planungsangestellten anschaffen oder wieviel Energie hätten Lehrer in ihren Unterricht stecken können, anstatt über das unausgreifte Primarschulprodukt konferieren zu müssen. Erst Risiken und Nebenwirkungen der Primarschule überprüfen , bevor dafür geld ausgegeben wird.
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