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Hochschulen

Moderator am 06.07.2009 | 13:27
» Beteiligte
Miko, irgend_jemand, Gerda, GG60, blauerhimmel, chaoshacker, ElLobito01, Steuerzahler, Marc Rausch, lorelay, Ella, citybowl, Kunibert, daemones_magici, TomHamburg, E&M_HH, Prooqe, hofi, JulchenC88, Selly, ZaphodB, admaster, seelenkarneval, moneypenny, Wonch, HaSe, SE_HEN, Pit, Elbfischer, Sensai, bono, Peter Anetsberger, Matten


» Kurzbeschreibung
Viele der Beteiligten teilen die Meinung, dass die Stadt Hamburg auch Wissenschaftsstandort sein muss, um zukunftsfähig zu bleiben. Zur Ereichung dieses Ziels und der Verbesserung der finanziellen Situation wurden von den Beteiligten verschiedene Vorschläge zur Steigerung der Effizienz der Hochschulen und für alternative Finanzierungswege gemacht.


» Langfassung
Hamburg als Wissenschaftsstandort
Von vielen Beteiligten wird die Meinung geteilt, dass Hamburg sich nicht nur als Wirtschaftsmetropole, sondern auch als Wissenschaftsstadt positionieren sollte. Dazu seien Investitionen auf verschiedenen Ebenen nötig.

Zum einen müsste die Attraktivität der Universität für Studierende erhöht werden. Zu diesem Zweck sollten Studiengebühren gesenkt werden. Um der bereits hohen Zahl von Studierenden gerecht zu werden (heute warten auch motivierte Abiturienten mit gutem Schulabschluss jahrelang auf einen Studienplatz) muss mehr Lehrpersonal eingestellt werden. Darüber hinaus muss eine bessere Ausstattung und Infrastruktur für die Studierenden geschaffen werden.

Der zweite Punkt ist, dass Wissenschaft und Forschung unabhängig und frei von wirtschaftlichen Zwängen sein müssen. Forschung sollte daher weitestgehend von der Gesellschaft finanziert werden. So kommen für die Gesellschaft relevante und nutzbare Ergebnisse zu Stande. Diese Art der unabhängigen Forschung ist notwendig, um die Probleme unserer Zeit zu adressieren (z.B. AIDS, Pandemien). Die Erreichung dieses Ziels wird auch durch die Erhaltung der „Blütenfächer“ gewährleistet.

Drittens verschaffen die Hochschulen Hamburg durch die Studenten und Beschäftigten Anerkennung in Deutschland und der Welt, niveauvolle Kultur und eine gebildete, moderne Bevölkerung.

Steigerung der Effizienz
Die finanzielle Lage der Hochschulen in Hamburg macht es notwendig, die Effizienz zu erhöhen. Im Folgenden werden die Vorschläge zur Erreichung dieses Ziel und ggf. die Gegenargumente dargestellt.

Die Hamburger Hochschulen sollten sich auf eine Reihe von Fächern konzentrieren und andere reduzieren oder abschaffen. Hier wird zum Beispiel vorgeschlagen, speziell Juristen und Betriebswirte aus dem Umland (z.B. Kiel) anzuwerben und die entsprechenden Fakultäten in Hamburg zu schließen. Die so frei werdenden Ressourcen könnten kleineren Fachbereichen (z.B. Sprachwissenschaften und Informatik) zu gute kommen.

Von den Entwicklungen und Ergebnissen, die an den Hochschulen produziert werden, sollte die Gesellschaft profitieren. Wird heute an den Forschungseinrichtungen ein marktfähiges Produkt oder Ergebnis entwickelt, dann vermarkten es Professoren oft privat. Hier werden die Kosten sozialisiert und die Gewinnmöglichkeiten privatisiert. Die Situation muss geändert werden.

Durch eine Zusammenlegung der Behörden für Schule und Berufsbildung und Wissenschaft und Forschung könnten Synergien in diesen Verwaltungsbereichen genutzt werden. Es bestünde die Möglichkeit, einen integrativen Bildungsverlauf (von Grundschule bis zum Hochschulabschluss oder Ausbildung) zu schaffen. Folglich würde sich die Ausbildung im ersten Unijahr oder Lehrjahr verbessern und es müssten keine Inhalte der letzten Schulklasse wiederholt werden.

Die Umstellung der Studienabschlüsse auf das Bachlor/Mastersystem wird als Chance und Risiko gleichermaßen gesehen. Die Umstellung von zehnsemestrigen Magister- und Diplomstudiengängen sei natürlich deutlich schwieriger als die Umstellung von achtsemestrigen Fachhochschul-Studiengängen. Verständlicherweise gäbe es in den Universitäten Widerstände gegen diese Maßnahmen. Darüber hinaus scheint das Ergebnis dieses Prozesses bisher keine Straffung der Hochschullandschaft zu sein. Es gäbe nicht etwa mehr Studienabgänger, sondern mehr Abbrecher als vor der Umstellung. Die Studierenden seien nicht internationaler geworden wie beabsichtigt, sondern gehen während des Studiums weniger ins Ausland als zuvor. Die Wirtschaft beklage eine Reduzierung der Eigenverantwortung und Fähigkeit zur selbständigen Strukturierung durch die starke Verschulung des Systems.

Bei der Verwaltung der Hochschulen werden unterschiedliche Möglichkeiten der Effizienzsteigerung gesehen. Überblickt man die Personalentwicklung der letzten 20 Jahre z.B. an der Universität, so fällt auf, dass die Zahl der Verwaltungsangestellten im Vergleich zur Zahl der Lehrenden exorbitant gestiegen ist. Es sollte überprüft werden, ob man nicht eine ganze Hierarchie-Ebene in den Verwaltungen der Universität, der Schulbehörde und den anderen öffentlichen Verwaltungen streichen könnte. Dies könnte nach Ansicht einiger Teilnehmenden erhebliche Personalmittel freisetzen. Diese Analyse wird von anderen Beteiligten angezweifelt. Eine leistungsfähige Verwaltung müsse entsprechend mit Personal und Ressourcen ausgestattet sein. Um eine schnelle und effiziente Bearbeitung zu ermöglichen, müsse stattdessen eher Personal aufgestockt werden.

Als eine Möglichkeit zur Steigerung der Effizienz der Verwaltung wird der verstärkte Einsatz von EDV-Lösungen vorgeschlagen. Hierbei muss das Problem, dass der Einsatz von EDV-Lösungen in einigen Fällen zu Mehraufwand geführt habe, mit bedacht werden. Einige Systeme hätten nach Einführung ihre Dienste nicht erwartungsgemäß erfüllt. Beispielhaft hierfür wird STINE angeführt. Es wird daher vorgeschlagen, zuerst schlichte Arbeitsprozesse mit Computerunterstützung zu vereinfachen. Dies sei weniger aufwendig in der Umsetzung und vergleichsweise günstig.

Finanzierungsvorschläge
Die Wirtschaftskrise und die Situation der Neuverschuldung macht es über die Steigerung der Effizienz hinaus notwendig, neue Wege der Finanzierung der Hochschulen und Einsparmöglichkeiten zu finden.

Die Stadt sollte jedem Studierenden ein Darlehen zur Finanzierung der Studiengebühren gewähren. So ist sichergestellt, dass jeder, der studieren möchte, auch studieren kann. Dieses Darlehen ist dann bei einem Studienabbruch innerhalb von 10 Jahren zurückzuzahlen, bei einem erfolgreichen Studienabschluss innerhalb von 20 Jahren. So würde Leistung gefördert und belohnt, ohne dass Chancen verbaut werden.

Die Universität und Forschungsinstitute müssen mehr an die Realwirtschaft orientiert werden und auch gesponserte Forschung betreiben. Der Schwerpunkt in Hamburg sei nicht die Forschung, sondern die Industrie. Folglich sollte die Hauptlast der Forschungstätigkeit in Hamburg bei Industrie und Wirtschaft liegen. Dies könnte mit Hilfe von Private-Public-Partnership-Projekten erreicht werden. Forschungsprojekte ließen sich finanzieren, indem man einen potenziellen Partner sucht, für den die Forschungsergebnisse interessant oder nützlich sind. Das fehlende Geld könne darüber hinaus auch über Sonderabgaben der großen Konzerne, die ja am meisten von Wissenschaft und Forschung profitierten, ausgeglichen werden.

Der Verzicht auf den möglichen Neubau der Universität auf dem Kleinen Grasbrook wird ebenfalls als Sparmöglichkeit gesehen. Statt eines Neubaus sollte der Bestand schrittweise saniert werden.

Darüber hinaus wird auch die Möglichkeit der Erhöhung von Studiengebühren in Betracht gezogen.


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