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Alle wollen eine effizientere Verwaltung — aber wie?

Moderator am 18.06.2009 | 10:41
Liebe Teilnehmende,
der Großteil unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünscht sich eine effizientere Verwaltung und den Abbau teurer Bürokratie.
Wie aber könnte das im Einzelnen aussehen? Wo muss hier angesetzt werden?
Bei welchen Aufgaben kann die Verwaltung tatsächlich effizienter arbeiten und wie kann das bewerkstelligt werden?

Zur Anregung finden Sie hier einige Vorschläge aus dem Begründungsforum:

- „Teure Bürokratie abbauen, effizientere Strukturen, ökonomische Prinzipien in der Verwaltung“

- „flexiblere Abstimmungen in der Bürgerschaft per Internet zu ermöglichen und insgesamt Ausgaben für Beamte, Gebäude und Fuhrpark einzusparen“

- „Weniger Urlaub / keine Brückentage / effizienter Einsatz von EDV Lösungen / Längere Arbeitszeiten. Allgemeine Einsparung bei Mehrfachgenehmigungen (z.B. sollte für Baugenehmigungen ein Ansprechpartner und eine Genehmigung reichen und eine zusätzliche z.B. wasser- oder umweltrechtliche Genehmigung nicht mehr erforderlich sein).

- „Massiver Ausbau der e-Governance und Serviceleistung via Internet zur Verbesserung der Serviceleistung und Reduzierung des Verwaltungsaufwands“

- „Interne Umschichtungen. Mehr Richter & Staatsanwälte, dafür Behörden- und Verwaltungsaufgaben gemeinsam mit Nachbarländern erledigen“

- „mehr Lehrer aus den Behörden in die Schulen bringen“

- „Zusammenlegung der Behörden für Schule und Berufsbildung und Wissenschaft und Forschung. --> Nutzung von Synergien in diesen Verwaltungsbereichen“

- „Kulturbehörde zum Senatsamt umwandeln (Personal- und Verwaltungsreduzierung) und Kulturförderung neu organisieren (niederl. Modell = Selbstverwaltung), mehr Sponsoren / Stifter“

- „Im Bereich Landeswahlamt Wahlen und Volksabstimmungen zusammenlegen“

- „Einsparungen durch ein vereinfachtes Steuerwesen. Die Finanzverwaltung kann in großen Teilen mit SH und MV verschmolzen werden“


Was halten Sie von diesen Vorschlägen?
Fallen Ihnen weitere Ansatzpunkte ein, inwiefern die Verwaltungsstrukturen bzw. -abläufe effizienter und kostensparender gestaltete werden können?

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)





vorhandene Antworten
irgend_jemand am 18.06.2009 | 10:57
Die Vorschläge klingen an sich schon sehr gut.

Ich möchte noch hinzufügen, dass viele Vorgänge bestimmt schon beschleunigt werden könnten, wenn die Mitarbeiter die Eingaben am PC erledigen müssen 10-Fingerblind schreiben könnten. So ein Kurs ist nicht teuer und bei dem Umfang von Mitarbeitern, die einen solchen Kurs benötigen, könnte der Unterricht auch direkt in den Behörden stattfinden.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass dadurch die Effizienz schon um 10-30 % steigen könnte!!

Gerade im Polizeibereich, wo es heißt, dass zu viel Büroarbeit stattfindet und die Mitarbeiter eigentlich auf der Strasse fehlen, ließe sich damit bestimmt einiges erreichen.

So einen Kurs könnte man auch direkt in den Ausbildungsstätten integrieren.
Moderator am 18.06.2009 | 13:39
LIebe Teilnehmende,
diese Idee scheint mir ein sehr origineller Hinweis zu sein, wie Arbeitsabläufe auch für die Ausführenden erleichtert werden könnten.

Vielleicht haben Sie noch andere hilfreiche Ideen aus Ihrem Alltag?

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)
ollis am 18.06.2009 | 22:56
Die Vorschläge mit dem 10-Fingerschreibsystem finde ich nicht ganz so gut. Stattdessen, sollte man mehr Schnittstellen ermöglichen, damit man nicht für einen Vorgang, den man bearbeitet bis zu 4 unterschiedliche Programme benutzen muss und teilweise sämtliche Daten doppelt und dreifach eingeben muss. Also kurz und knapp sollte es besser Möglichkeiten geben, dass Daten innerhalb der Programme (z.B. MS Office, Internet Explorer und SAP) automatisch übergeben werden können. Das würde wirklich sehr viel Zeit sparen.
ZaphodB am 18.06.2009 | 23:57
Die Vorschläge klingen auf den ersten Blick gut, sie haben nur ein Problem: an allen wird schon seit Jahren gearbeitet, sie sparen etwas, aber längst nicht das Erhoffte und Nötige.
Ich glaube, dass hier eine Lebenslüge zuschlägt: wer glaubt, sich mit dem Zauberwort "Effizienzsteigerung" vor der Entscheidung drücken zu können, auf welche staatlichen Leistungen er künftig verzichten will und muss, irrt sich (und hinterlässt die Rechnung seinen Kindern). Also: 5% durch Effienz sind sicher drin, aber das löst unser Problem nicht. Also frei nach Kennedy: "frage nicht, was die Stadt noch mehr für dich tun kann, sondern frage, wo du künftig ohne Steuergelder auskommst" ;-)

P.S. 10-Finger-Kurse werden längst in der Verwaltung angeboten. Meine Lebensgefährtin hat vor 3 Jahren einen gemacht. Also wieder: gute Idee, aber jemand anders hatte sie auch schon.
Celine am 20.06.2009 | 14:51
Man sollte die Behördenmitarbeiter fragen, wie aus Ihrer Sicht die Verwaltung effektiver gestaltet werden kann und welche Formulare und Vorgänge Sie für verbesserungswürdig oder überflüssig halten.
HaSe am 22.06.2009 | 13:04
Da sind viele gute Ideen dabei, aber eine entscheidende fehlt: Neumodisch nennt man das "One-Stop-Shop", die Franzosen sagen "Guichet unique", also etwa "ein Schalter für alles".

Beispiel:
Wenn ich nicht genug Einkommen habe, meinen Lebensunterhalt zu finanzieren, dann kann mir heute niemand genau sagen, welche Ansprüche und Vergünstigungen ich wo überall genau bekomme. Tatsache ist doch: Finanzamt, Krankenkasse und Rentenversicherung bearbeiten mein spärliches Einkommen eh schon (wehe wenn es aus zwei Jobs mit zwei Lohnsteuerkarten stammt). Trotzdem muss ich zur ARGE um dort Aufstockungs-HARTZ IV zu beantragen. Außerdem erhalte ich Ermäßigungen wie HVV-Sozialticket, Vergünstigungen beim Schwimmbad, in der Bücherhalle, bei der GEZ etc. pp.. Und überall sitzen gut bezahlte Leute, die erneut meine Anträge bearbeiten, meine Bedürftigkeit feststellen, meine Ansprüche bescheinigen, gewährte Rabatte mit der Sozialbehörde u.a. abrechnen usf. Es wäre doch nur Menschlich, wenn nur das Finanzamt sagen könnte: Sie verdiehnen zu wenig, daher bekommen Sie von uns X Euro dazu, damit Sie ein menschenwürdiges Leben in diesem Land führen können. Und das ständige, peinliche Die-Hose-Runterlassen bei jedem Kleinkram entfiele genauso wie die personalaufwendige Sonderbehandlung bei jeder öffentlichen Einrichtung, die "ihrem sozialen Gewissen verpflichtet" ist.

Gleiches Prinzip wäre dann auch bei Baugenehmigungen anzuwenden (EIN Bauamt, dass für alle Genehmigungstatbestände zuständig ist), und sicher auch noch anderswo.
Moderator am 06.07.2009 | 12:05
Hallo HaSe, liebe Teilnehmende,

wo könnte so ein One-Stop-Shop Ihrer Meinung nach angesiedelt sein?
Wie könnten die Abläufe generell vereinfacht werden?

Wo genau gibt es Dopplungen in den Prozessen?

Viele Grüße,
Birgit Hohberg (Moderation)
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